Studie: 1,8 Millionen Österreicher leichtsinnig
Mehr als 400.000 Unfälle passieren laut Freizeitunfallstatistik jährlich im Haushalt. Damit ist es wesentlich wahrscheinlicher, sich im eigenen Zuhause zu verletzen, als bei Sport, Arbeit, Schule oder Verkehr. Viele Unfälle wären mit einfachen Sicherheitsvorkehrungen vermeidbar. Doch die Österreicher gehen mit dem Thema Sicherheit im Haushalt sehr sorglos um. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Spectra-Umfrage von haushalt.aktiv.
27 Prozent der Österreicher haben sich noch keine Gedanken gemacht, wie sie sich und ihre Familie vor Unfällen im Haushalt schützen können. Das sind immerhin 1,8 Millionen potentielle Unfallkandidaten. Risikogruppen für Unfälle im Haushalt sind vor allem Buben bis 14 Jahren und Frauen über 60 Jahre. Die Studie zeigt die Sicherheitsmängel in Österreichs Haushalten auf. Haushalt.aktiv gibt Tipps für mehr Sicherheit im Haushalt.
Achtung Verwechslungsgefahr: Selten und vermeidbar
Vergiftungsfälle sind in Österreich Gott sei Dank äußerst selten. 17.000 Anfragen pro Jahr registriert die Vergiftungszentrale. Nur knapp 1.400 davon mussten stationär behandelt werden. Häufigste Ursache: Medikamente, Insektenstiche und Alkoholvergiftung. Besonders betroffen: Jugendliche und Kinder. Gut, dass nicht mehr passiert. Denn im Umgang mit Medikamenten und Alkohol sind die Österreicher sehr nachlässig. Das beginnt bei der Aufbewahrung. Medikamente sind bei einem Drittel der Österreicher überall zu finden, nur nicht in einem absperrbaren Schrank. Und giftige Pflanzen haben immerhin 28 Prozent in ihrem Zuhause.
16 Prozent der Österreicher greifen zu gewerblichen Reinigern. Doch gewerbliche Reiniger sind nicht umsonst für die Anwendung von Fachkräften konzipiert. Im privaten Haushalt haben sie nichts verloren. Und 10 Prozent der Österreicher füllen Wasch- und Reinigungsmittel auch mal in eine andere Flasche um. Das sind immerhin mehr als 600.000 Österreicher über 14 Jahren. Doch die Verpackungen von Wasch- und Reinigungsmittel sind mehr als nur Behälter. Sie sind so gestaltet, dass sie sich von anderen Produkten, vor allem von Lebensmitteln klar unterscheiden. Wer umfüllt, riskiert eine Verwechslung.
Achtung Falle: Stürze sind die häufigste Unfallursache
89 Prozent der Österreicher achten zwar darauf, dass keine Stolperfallen, wie Kabeln oder Kinderspielzeug auf dem Boden herumliegen. Doch andere Stolperfallen werden gerne übersehen. Dabei sind Stürze die häufigste Unfallursache. Die meisten passieren, weil Stühle und Tische als Leiter-Ersatz herhalten müssen, weil die Leute auf glatt gewienerten Böden ausrutschen oder Teppiche verrutschen. Nachlässigkeiten im Haushalt sind weiter verbreitet, als angenommen. 38 Prozent der Österreicher steigen beim Fenster putzen lieber auf Stühle oder Tische. 37 Prozent verzichten bei Teppichen auf eine rutschfeste Unterlage. Jeder zweite Österreicher hat bei der Hausarbeit keine rutschfesten Schuhe an. Rutschfeste Matte in Badewanne und Dusche ist so-gar bei 61 Prozent kein Thema. Und auch eine Notbeleuchtung in der Nacht wird von 72 Prozent abgelehnt.
Achtung Verletzungsgefahr
Gerade Verbrennungen sind ernste Verletzungen und hinterlassen oft lebenslange Narben. Besonders Kinder sind betroffen. Denn sie können die Gefahr noch nicht richtig einschätzen. Trotz-dem lässt einer von zehn Österreichern brennende Kerzen unbeaufsichtigt. Eine Kindersicherung für Herd und Steckdosen hat nur jeweils ein Drittel der Österreicher. Auch spitze und schar-fe Gegenstände sind nichts für Kinderhände. Doch nur sieben von zehn Befragten bewahren Nadel und Schere kindersicher auf, Messer sogar nur sechs von zehn Befragten. Sind Kinder im Haus, dann ändert sich nur wenig. Allerdings sind zumindest in jedem zweiten Kinderhaushalt die Steckdosen gesichert.
haushalt.aktiv für mehr Sicherheit
Henkel, Procter & Gamble und Unilever setzen sich seit Jahren für mehr Sicherheit bei der Hausarbeit ein. Wichtiger Punkt dabei ist die Entwicklung von sicheren Wasch-, Geschirrspül- und Reinigungsmitteln. Produktsicherheitsbewertungen garantieren, dass alle Wasch- und Rei-nigungsmittel sicher für die Anwender sind. Auch ist die Verpackung und Kennzeichnung der Produkte so gewählt, dass sie nicht mit Lebensmitteln oder anderen Konsumgütern verwechselt werden können. Sicherheitsverschlüsse beispielsweise bei WC-Reinigern sollen zudem verhindern, dass Kinder die Produkte öffnen können. Damit alle die Sicherheitshinweise sofort verstehen, haben sich die Markenhersteller auf einfache Bilder verständigt, die gut sichtbar auf den Verpackungen stehen. |

Sicher im Haushalt.
Was tun bei Unfällen? Das wichtigste: Ruhe zu bewahren und Hilfe holen. Die Rettung ist dabei die erste Wahl bei den Österreichern. 68 Prozent würden sofort die Nummer 144 wählen, 45 Prozent würden ihren Hausarzt kontaktieren. Wenig bekannt dagegen ist die Nummer der Vergiftungszentrale, die nur 13 Prozent spontan einfällt. Die Notrufnummern auf einen Blick Euro-Notruf: 112 Feuerwehr: 122 Polizei: 133 Rettung: 144 Ärzte Notdienst: 141 Vergiftungszentrale: 01 / 4064343
Weitere Infos
Die Umfrage zur Sicherheit im Haushalt im November 2006 im Auftrag von haushalt.aktiv durchgeführt. Spectra Marktforschung befragte dazu 500 Österreicher ab 14 Jahren, repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung. Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an haushalt.aktiv c/o Prima PR, 1010 Wien, Stubenbastei 2, Tel. (01) 533 66 70-0, Fax DW 60, haushalt-aktiv@prima.co.at.
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